Reorientierung in Berlin

January 1, 2012

Hier eine Episode aus dem Alltag, leider sehr spät notiert und nicht sehr präzise.

Ich fahre im Bus vom Flughafen Berlin-Tegel zum Bahnhof Zoo. Am Flughafen hatte ich kurz die Orientierung, dass Tegel im Süden des Berliner Zentrum liegt (mit Tempelhof verwechselt? – es blitzt ein Bild des Berliner Stadtplanes auf, wie ich ihn mal bei der Einfahrt spät nachts im Berliner Süden, auf der A100, kurz angeschaut hatte. Damals war ich unter Zeitdruck und fand mich nicht zurecht, aber irgendwo war da im Süden ein Flughafen). Auch an diesem Morgen bin ich seltsam desorientiert, völlig übermüdet.

Nach ca. einer Viertelstunde Fahrt schaue ich aus dem Busfenster. Draussen sehe ich ein Schild das mir anzeigt, wir fahren durch Charlottenburg. Ich bin überrascht (Orientierungsverlust?), Charlottenburg, liegt das nicht woanders (Ich erinnere mich bei meinem ersten Berlin-Besuch in Charlottenburg gewohnt zu haben, das war nord-westlich). Nun schaue ich auf den Stand der Sonne (wie ich es oft zum Navigieren tue). Die Sonne steht links vorne. Es ist früh, etwa 8 Uhr. Die Sonne steht also im Osten [ich bin mir sicher, dass ich hier die Zusammenhänge „angeschaut“ habe]. Die Orientierung stellt sich plötzlich um, ich fahre, „gefühlt“, „auf der Weltkugel von oben nach unten“. Sehr mageres VB des Berliner Stadtplanes (gar nichts drauf!), nur eine Bewegung (die man als Pfeil zeichnen könnte) von oben in die Mitte, eine Stelle von der ich weiss, dass Bahnhof Zoo gemeint ist. Aha, Tegel ist oben. Ich habe nun ein Körpergefühl, wie wenn man über die Kuppe eines Hügels gefahren ist und es nun abwärts geht. Das fühlt sich anders als zuvor an; ich kann in die vorige Orientierung „zurücksprinen“ und bemerke, dass diese sich anfühlt wie eine Bewegung aus einer Senke heraus nach oben.

walsterei

December 20, 2011

IMG_1919

oskar, charlie, patty, ingrid, oswald, stefan, tom, mike, thomas, cornell, dima, benni, lisa

… anfänge des denkens …

December 19, 2011

10. Woche. Es schluckt, blinzelt, runzelt die Stirne und zieht die Augenbrauen hoch.

kepler 22b

December 6, 2011

Vor kurzem wurde der Planet Kepler 22b entdeckt, im ca. 600 Lichtjahre entfernten Kepler 22 Sonnensystem. Er wird als der erste entdeckte Planet bezeichnet, der aufgrund seines Orbits um die Sonne Kepler 22 bewohnbar sein könnte; bei milden 22 Grad Celsius. Eine menschliche Expedition dorthin müsste viele Etappen einplanen, Verpflegung an Bord züchten, irgendwie mit Wasser haushalten. Kämen wir als Aliens irgendwann dort an, so nicht, um den Planeten zu unterjochen, sondern ausgehungert und heruntergewirtschaftet, auf ein paar Einwohner hoffend die uns gnädig Maiskolben reichen.

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Gestrüpp (beim Zahnarzt)

October 13, 2011

Heute beim Zahnarzt mit dem Vorsatz, die Zahnqualia-Uminterpretationen nach Möglichkeit fortzuführen. Es steht ein Implantat links unten an. Bevor es losgeht betrachte ich im Stuhl sitzend das Röntgenbild, welches eine grosse Zahnlücke zeigt, in der eine Kugel “schwebt”. Diese wurde beim Röntgen zum Grössenabgleich mit dem einzusetzenden Implantat durch Plastillin in die Lücke eingeklebt. Eine mögliche Interpretation für später läuft an, eine Lichtkugel oder ähnliches, ich denke das könnte sich während der Behandlung weiterentwickeln.

Die Behandlung ist dann jedoch kurz und überwältigend. Mir wird ein OP-Tuch übergeschoben, ich sehe nichts mehr, doch wurde mir der nun ablaufende Vorgang zuvor beschrieben, sodass ich immer recht gut weiss was gerade getan wird. Diese Art der Interpretation ist ganz selbstverständlich präsent und bleibt dominant. Ich versuche zwar, diese Interpretation aufzugeben und mich den Sinneseindrücken und eventuell anspringenden alternativen Interpretationen zu öffen. Doch es gelingt mir nicht, die vielfältigen Sensationen in der Mundhöhle kohärent als ein alternatives Geschehen zu interpretieren. Sie bleiben Gestrüpp.

- Ähnliche Beobachtungen konnte ich bei den letzen Zahnarztbesuchen machen.

- Diese Gestrüpp-Erlebnisse hatte ich in letzter Zeit immer wieder, wenn ich mich auf etwas konzentrieren wollte, es mir aber aufgrund vieler ablenkender Einflüsse nicht gelang. Zum Beispiel wollte ich einen Traum unter der Dusche erinnern, doch erlebte ich nur eine Fülle anderer Eindrücke, z.B. das warme Wasser, den schweren Kopf, vereinzelte Gedanken. Ich nenne diese Erlebnisse mal “überwältigende Gestrüppe”; sie sind typische Zustände meines Erlebens, und ihre genauere Beschreibung wäre wertvoll, fällt aber schwer.

fremde Hand

September 22, 2011

<bei Saskia zu Besuch am 14.3.9>

Vor dem Einschlafen, eigentlich eh schon übermüdet, lese ich noch ein paar Seiten etwas schwierigen Text. Ich liege auf der linken Seite, und irgendwann rutscht mir das Buch aus der rechten Hand. Daraufhin fahre ich mit der Hand nach oben, sie kommt hinter dem Kopf zu liegen. Dort spüre ich, wie sie eine andere Hand berührt. Verwundert betaste ich diese, fleischig, nachgiebig, in etwa wie Saskias kräftige Hände. Ich bin etwas verwundert, dass diese Hand in meinem Bett liegt, denn Saskia ist im Nebenzimmer. Ob mir jemand einen Streich spielt?

Die Verwunderung ist aber nicht zu stark, denn im Halbschlaf akzeptiere ich meist vieles. Trotzdem will ich es wissen, und nachdem ich den Körper etwas bewege stelle ich fest, es ist meine eigene linke Hand, auf der ich lag, und welche durch die Belastung ganz taub war, sodaß ich sie nicht spürte.

Bemerkenswert auch dass einem so ein Glied “fehlen” kann, ohne dass man es merkt; denn ich fragte mich die ganze Zeit über nicht, wo denn meine andere Hand sei.

Flotte Biene

September 22, 2011

(-> VBer durch Analogie hervorgerufen, vgl. Wiener, Sehen im Traum III)

Sitze auf dem kleinen WG-Klo, und wie schon den ganzen übrigen Tag gibt es kein Toilettenpapier. Ich muss trotzdem scheissen und denk’ mir, Klopapier ist überbewertet. Es kommt ein Vorstellungsbild eines Anus’, der sich nach aussen stülpt, den Darminhalt entlässt und sich daraufhin wieder einzieht, die schmutzig nach aussen gekehrten Wände fein säuberlich einrollend. Wenn man beim Scheissen etwas aufpasst, denke ich mir, gibt es keine Notwendigkeit sich den Hintern zu wischen. Prompt kommt mir ein Vorstellungsbild des albernen Honigspenders “Flotte Biene”, dessen Spendevorrichtung genau solch ein Anusprinzip hat – ein Honiganus. Ich freue mich über diese Entdeckung, und würde sie gerne mitteilen, aber das wäre mir etwas peinlich.

englisch im Kopf

November 17, 2010

Eine interessante Ahnung bezüglich Sprache im Denken. Benni meinte zu mir, als ich mich mal wieder über den Aufwand beklagte, den das Schreiben auf Englisch bereitet, dass ich oft meine Notizen und Gedanken auf Deutsch verfasse. Es könnte mich weiterbringen, mehr auf Englisch “zu denken”. Ich hab das zunächst abgelehnt, da ich mir auch noch beim normalen Niederschreiben irgendwelcher Zusammenhänge eine Behinderung vorschnallen würde – es ist mir ja selbst im Deutschen nicht selbstverständlich, mich zu artikulieren.

Ich glaube ja nicht, dass Denken ein inneres Sprechen ist. Ich habe dann aber tatsächlich mal versucht, als ich wieder über irgendwas nachgedacht habe, dies “auf Englisch” zu tun. Und fühlte mich sofort behindert. Ich versuchte natürlich nicht wirklichen Formulierungen, aber das ist sonst (im “Deutschen”?) auch nicht der Fall. Es stellte sich ein Gefühl ein das ich auch habe, wenn ich auf Englisch schreibe; mein Vorstellen fühlte sich plötzlich “englisch” an. Am auffälligsten vielleicht die wirklich sprachlichen Sachen. Beim Vorstellen des Würfels sind das eher Merk- und Steuersignale “here”, “there”, “this”, statt “hier”, “da”, “das”.

Nun, das war nicht viel beobachtet. Aber wie geht’s Euch?

aufgewacht mit dem Satz:

February 13, 2010

“Die Wahllokale waren geschockt, und zwar in diesem Gebäude in der Serviettenstrasse.”

sehr nackter Traum

February 13, 2010

Hintergrund: Vor zwei Wochen meinte ich, meinen Geldbeutel verloren zu haben, was aber nicht der Fall war. Am nächsten Tag wurde mir von einem sehr unauffälligen Dieb mein Rucksack inklusive Laptop gestohlen. Vorgestern kaufte ich in Münster einen neuen (gebrauchten) Laptop. Auf der Zugfahrt zurück nach Osnabrück bat ich eine Frau, kurz auf den Rucksack aufzupassen, ich musste pinkeln. Während ich auf Klo war wurde mir das aber unheimlich und ich ging schnell zum Platz zurück.

Traum: Ich stehe am Busbahnhof von Böblingen, allerdings ist er in Düsseldorf, und ich kenne niemanden. Mein Laptop ist gestohlen. Mitsamt Rucksack. Mir geht auf, daß auch mein Geldbeutel gestohlen ist. In diesem befand sich gerade sämtliches Geld für den Monat. Ich friere, will einen Bekannten anrufen, der mich abholt. Doch ich habe kein Geld, und ich habe kein Handy. Warum? Und da bemerke ich: Ich bin ja ganz nackt !

Weiter im Traum: Ich bitte ein paar Frauen in einem Minicar um Hilfe, sie nehmen mich mit. Wir kommen in einer kleinen ausgeschmückten Hauseinfahrt an. Auf dem Boden sind Tücher ausgebreitet, barbusige Frauen räkeln sich im Kreis. In deren Mitte liegt eine nackte Rotblonde mit golden aufgemaltem Leopardenfell. Ich schnäuzele ein wenig mit ihr. Aus einer Einfahrt im Hintergrund schiebt sich der riesige Oberkörper eines Krokodils hervor und wieder zurück (wie aus einem Serengeti-Tümpel, aber sehr gemächlich). Als er das nächste Mal auftaucht schieben wir ihm einen Teelöffel in den Mund, der dort steckenbleibt. Ich will diesen wieder herausziehen und denke, ein kleiner Stüber auf die empfindliche Schnauze wird helfen. Doch mein Zeigefinger bleibt zwischen den Lippen des Krokodils stecken, und ich werde langsam von ihm zurück in die Einfahrt gezogen.

Aufwachen: Ich bin ganz beeindruckt daß ich nur geträumt habe, und mir nicht ALLES geklaut wurde.


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