fremde Hand

<bei Saskia zu Besuch am 14.3.9>

Vor dem Einschlafen, eigentlich eh schon übermüdet, lese ich noch ein paar Seiten etwas schwierigen Text. Ich liege auf der linken Seite, und irgendwann rutscht mir das Buch aus der rechten Hand. Daraufhin fahre ich mit der Hand nach oben, sie kommt hinter dem Kopf zu liegen. Dort spüre ich, wie sie eine andere Hand berührt. Verwundert betaste ich diese, fleischig, nachgiebig, in etwa wie Saskias kräftige Hände. Ich bin etwas verwundert, dass diese Hand in meinem Bett liegt, denn Saskia ist im Nebenzimmer. Ob mir jemand einen Streich spielt?

Die Verwunderung ist aber nicht zu stark, denn im Halbschlaf akzeptiere ich meist vieles. Trotzdem will ich es wissen, und nachdem ich den Körper etwas bewege stelle ich fest, es ist meine eigene linke Hand, auf der ich lag, und welche durch die Belastung ganz taub war, sodaß ich sie nicht spürte.

Bemerkenswert auch dass einem so ein Glied “fehlen” kann, ohne dass man es merkt; denn ich fragte mich die ganze Zeit über nicht, wo denn meine andere Hand sei.

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