Heute beim Zahnarzt mit dem Vorsatz, die Zahnqualia-Uminterpretationen nach Möglichkeit fortzuführen. Es steht ein Implantat links unten an. Bevor es losgeht betrachte ich im Stuhl sitzend das Röntgenbild, welches eine grosse Zahnlücke zeigt, in der eine Kugel “schwebt”. Diese wurde beim Röntgen zum Grössenabgleich mit dem einzusetzenden Implantat durch Plastillin in die Lücke eingeklebt. Eine mögliche Interpretation für später läuft an, eine Lichtkugel oder ähnliches, ich denke das könnte sich während der Behandlung weiterentwickeln.
Die Behandlung ist dann jedoch kurz und überwältigend. Mir wird ein OP-Tuch übergeschoben, ich sehe nichts mehr, doch wurde mir der nun ablaufende Vorgang zuvor beschrieben, sodass ich immer recht gut weiss was gerade getan wird. Diese Art der Interpretation ist ganz selbstverständlich präsent und bleibt dominant. Ich versuche zwar, diese Interpretation aufzugeben und mich den Sinneseindrücken und eventuell anspringenden alternativen Interpretationen zu öffen. Doch es gelingt mir nicht, die vielfältigen Sensationen in der Mundhöhle kohärent als ein alternatives Geschehen zu interpretieren. Sie bleiben Gestrüpp.
- Ähnliche Beobachtungen konnte ich bei den letzen Zahnarztbesuchen machen.
- Diese Gestrüpp-Erlebnisse hatte ich in letzter Zeit immer wieder, wenn ich mich auf etwas konzentrieren wollte, es mir aber aufgrund vieler ablenkender Einflüsse nicht gelang. Zum Beispiel wollte ich einen Traum unter der Dusche erinnern, doch erlebte ich nur eine Fülle anderer Eindrücke, z.B. das warme Wasser, den schweren Kopf, vereinzelte Gedanken. Ich nenne diese Erlebnisse mal “überwältigende Gestrüppe”; sie sind typische Zustände meines Erlebens, und ihre genauere Beschreibung wäre wertvoll, fällt aber schwer.